Glaube und Gemeinschaft

"Empfangt den Heiligen Geist"

Robert Guder am 12.04.2024

Lobpreisstunde und A d B 2024 2 Foto: Lobpreiskirchenteam

Impuls zum Lobpreisabend am 06. April 2024 von Alexander Woiton

Lesungs­text Johannes 20,19-23

Am Abend die­ses ers­ten Tages der Woche, als die Jün­ger aus Furcht vor den Juden bei ver­schlos­se­nen Türen bei­sam­men waren, kam Jesus, trat in ihre Mit­te und sag­te zu ihnen: Frie­de sei mit euch! Nach die­sen Wor­ten zeig­te er ihnen sei­ne Hän­de und sei­ne Sei­te. Da freu­ten sich die Jün­ger, als sie den Herrn sahen. Jesus sag­te noch ein­mal zu ihnen: Frie­de sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sen­de ich euch. Nach­dem er das gesagt hat­te, hauch­te er sie an und sag­te zu ihnen: Emp­fangt den Hei­li­gen Geist! Denen ihr die Sün­den erlasst, denen sind sie erlas­sen; denen ihr sie behal­tet, sind sie behalten.”


Johan­nes 20,19 – 23

  • Ostern ist das höchs­te Fest des Chris­ten­tums. Es ist der Höhe­punkt der Geschich­te Got­tes mit uns Men­schen: Gott macht sich klein und wird Mensch, um uns zu zei­gen, dass er uns nahe sein will und wir von Gott geliebt sind – unend­lich und gleich­zei­tig umsonst. Wir brau­chen uns Got­tes Lie­be nicht erst zu ver­die­nen. In der Fas­ten­zeit betrach­ten wir, dass die­se Lie­be vor dem Unsag­ba­ren nicht Halt gemacht hat.

  • Im Johan­nes-Evan­ge­li­um, in den soge­nann­ten Abschieds­re­den, lesen wir: Es gibt kei­ne grö­ße­re Lie­be, als wenn einer sein Leben hin­gibt für sei­ne Freun­de”. Das hat Jesus weni­ge Stun­den spä­ter wort­wört­lich getan auf sei­nem Lei­dens­weg und mit sei­nem Tod am Kreuz.
  • Doch der Tod – und das ist das Ent­schei­den­de – ist nicht das Ende der Geschichte.
  • Durch Jesu Auf­er­ste­hung wur­de unse­re Per­spek­ti­ve auf Leben und Tod für immer ver­wan­delt. Wir dür­fen nach vor­ne schau­en und Leben, Hoff­nung und einen neu­en Mor­gen erwarten.
  • Die Jün­ger haben sich am Abend, nach­dem bereits Maria Mag­da­le­na von ihrer Begeg­nung mit dem Auf­er­stan­de­nen berich­tet hat, noch immer vol­ler Furcht hin­ter ver­schlos­se­nen Türen bei­sam­men, als das Uner­war­te­te passiert:
    Jesus tritt in ihre Mit­te und sagt: Frie­de sei mit euch!“
  • Der Frie­dens­wunsch hat im hebräi­schen Kon­text eine viel­fäl­ti­ge­re Dimen­si­on, als wir im Deut­schen damit ver­bin­den. Das Wort Shalom“ bedeu­tet nicht nur die Abwe­sen­heit von Krieg und Streit, son­dern auch den voll­stän­di­gen Zustand von etwas Kom­ple­xen mit vie­len klei­nen Teilchen.
  • Bei­spiels­wei­se ist eine Mau­er, bei der kein Stein fehlt, Shalom.
    Einer Her­de fehlt der Shalom, wenn ein Schaf ver­lo­ren gegan­gen ist.
  • Salo­mo bringt Shalom in den Tem­pel, als er den unfer­ti­gen Bau vollendet.
  • Die­ses Ver­ständ­nis lässt sich auch auf das Leben über­tra­gen: Auch unser Leben besteht aus klei­nen beweg­li­chen Teil­chen, wie Situa­tio­nen und Bezie­hun­gen. Fällt hier ein Teil­chen aus der Rei­he oder geht ein Teil­chen ver­lo­ren, fehlt auch der Shalom. Im Buch der Sprich­wör­ter kann man nach­le­sen, dass zer­bro­che­ne Bezie­hun­gen mit Shalom wie­der heil und ver­söhnt werden.
  • Jesus spricht die­sen Shalom sei­nen Jün­gern neu zu und bringt damit auch Hei­lung und Ver­söh­nung in die Bezie­hung zwi­schen Gott und Mensch.
  • Das zunächst etwas selt­sam anmu­ten­de Anhau­chen der Jün­ger erin­nert an eine ande­re gött­li­che Ges­te im Buch Gene­sis. Hier formt Gott aus Staub und Erde den Men­schen. Doch erst durch das Hin­ein­bla­sen von Lebens­atem in die Nase des Men­schen wird er zu einem leben­di­gen Wesen.
  • Das, was Jesus hier macht, ist gewis­ser­ma­ßen auch eine neue Schöp­fung: Die Beru­fung hin­ein in ein neu­es Leben, ein Leben in Fül­le, ein Leben als Kin­der Got­tes, in dem all das wie­der shalom wer­den soll, das zer­bro­chen ist.
  • Pau­lus schreibt im Brief an die Gemein­de in Rom (8,14): Denn die, die sich vom Geist Got­tes lei­ten las­sen, sind Kin­der Gottes.“
    Wir sind dazu beru­fen als Kin­der Got­tes zu leben und uns vom Hei­li­gen Geist lei­ten zu las­sen. Das heißt auch, dass wir mit ihm all die Berei­che ange­hen, in denen wir noch nicht als Kin­der Got­tes leben – in denen wir uns noch vor Furcht ein­sper­ren, uns von Ängs­ten lei­ten las­sen, nicht gut genug oder nicht geliebt zu sein, in denen wir die Löcher in unse­rem Herz mit Din­gen zu stop­fen ver­su­chen, die uns nur kurz­fris­tig glück­lich machen, aber nicht in die Freu­de und Frei­heit füh­ren, die Gott für uns bestimmt hat.
  • Wir sind immer in der Gefahr nicht im hier und jetzt zu leben, son­dern wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen und Bau­stel­len in unse­rem Leben auf ein mehr oder weni­ger unbe­stimm­tes Mor­gen zu ver­schie­ben, auf einen schein­bar pas­sen­de­ren Moment.
    Doch Gott war­tet hier und jetzt auf uns. Und hier und jetzt ist der rich­ti­ge Moment, die Sache neu anzu­ge­hen: Wo will mich der Geist Got­tes in mehr Ver­trau­en, mehr Freu­de, mehr Frei­heit füh­ren? Wo sind die Berei­che in mei­nem Leben, wo Gott sein Shalom hin­ein­spre­chen muss, damit Hei­lung statt­fin­den kann?


Wenn du magst, schlie­ße die Augen und nimm dir einen kur­zen Moment Zeit für ein Gebet. Manch­mal hilft es einem selbst in eine Hal­tung des Emp­fan­gens zu tre­ten, wenn man die Hän­de öff­net – so wie ein Kind die Hän­de öff­net, das eine Über­ra­schung von sei­nem Papa erwartet.


Vater im Himmel, 

was für ein Geschenk, dass wir uns dei­ne Kin­der nen­nen dürfen.

dass du hier und jetzt auf uns schaust mit einem lie­ben­den Blick.

Herr, wir haben Sehn­sucht nach dem Leben, das du für uns bestimmt hast.

Jesus,
du hast uns mit dei­nem Tod und dei­ner Auf­er­ste­hung den Weg geeb­net für ein neu­es Leben – wir bit­ten dich, hilf uns, dass Ostern wirk­lich Rea­li­tät wird in unse­rem All­tag und mach all das wie­der ganz, was in uns zer­bro­chen ist, mach leben­dig, was in uns bereits tot ist.

Hl. Geist,

füh­re uns in die Frei­heit und in die Freu­de. Wir wol­len uns von dir lei­ten las­sen und dir hier und jetzt neu die Erlaub­nis geben, unser Leben zu for­men und unse­re Her­zen zu entrümpeln. 


Komm, du guter Geist und führ uns neu ins Leben. 

Amen.

Alex­an­der Woi­ton, Refe­rat für Neue­van­ge­li­sie­rung, Bis­tum Passau

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