Glaube und Gemeinschaft

Lobpreisabend September

Redaktion am 18.09.2026

Info Icon Bild: Privat

Gehalten hat den Impuls Frau Erika Kraus vom Team der Lobpreiskirche zum Psalm 95 zum Thema: "Wir sind das Volk seiner Weide".

Der gött­li­che Fun­ke in uns ver­heißt leben in Fülle !

Laßt uns mit Lob sei­nem Ange­sicht nahen, / vor ihm jauch­zen mit Lie­dern !
Kommt laßt uns nie­der­fal­len, uns vor ihm ver­nei­gen, / laßt uns nie­der­knien vor dem Herrn, unse­rem Schöp­fer.
Den er ist unser Gott,/wir sind das Volk sei­ner Wei­de, / die Her­de von sei­ner Hand geführt.

Haben wir das nicht gera­de mit Freu­de getan ! Ist das nicht unse­re Passion ?

Psalm 95 beinhal­tet mei­nes Erach­tens den Schöp­fungs­ge­dan­ken bis hin zur Beru­fung eines jeden Ein­zel­nen von uns. König David dem eine Viel­zahl der Psal­men zuzu­schrei­ben sind hat, mit sei­ne Offen­heit für den Fun­ken Got­tes in ihm, so den Weg zu sei­ner per­sön­li­chen Beru­fung gefun­den. Ein Blick im Schnell­druch­gang durch das alte Tes­ta­ment hilft uns Psalm 95 so zu ver­ste­hen, dass jeder von uns aus dem gött­li­chen Fun­ken sei­ne Kraft und Freu­de schöpft.

Das Buch Gene­sis erzählt: Am Beginn sind Gott und Mensch, Him­mel und Erde eine Ein­heit. Die­se Ein­heit zer­bricht durch den Unglau­ben, durch die Ver­su­chung es sel­ber machen zu kön­nen. Der Mensch fällt aus die­ser Ein­heit heraus.

Gott gibt nicht auf. Der erst Mensch mit dem Gott spricht ist Abra­ham. Abge­kürzt for­mu­liert sagt Gott zu Abraham:

  • Ver­trau mir
  • Glau­be mir

Das Buch Exodus beschreibt wie Gott den Men­schen her­aus­füh­ren möch­te aus der Skla­ve­rei. Er will einen Bund mit sei­nem Volk/​heute mit uns schlie­ßen. Wir sol­len auf sei­ne Stim­me hören. Der inners­te Gedan­ke der Bibel ist, Gott hat Sehn­sucht nach dem Men­schen. Gott geht auf uns Men­schen zu. Das Buch Levi­ti­kus beschreibt wie sein Hei­lig­tum zu erschaf­fen ist, ​„nicht alles mit­zu­ma­chen was die Welt bie­tet“. Er möch­te uns befrei­en aus den inne­ren und äuße­ren Zwängen. 

Das ernst zu neh­men und zu glau­ben könn­te der Anfang einer per­sön­li­chen und welt­an­schau­li­chen Revo­lu­ti­on sein. 

Das Buch Nume­ri und Deu­te­ro­no­mi­um erzählt davon wie wir ​„fest­hän­gen in unse­ren Vor­stel­lun­gen unse­rem eige­nen Denken“.

Ist es in der Gegen­wart, beson­ders in den neu­en Medi­en nicht so, dass gera­de argu­men­ta­tiv, Wis­sen sozi­al kon­stru­iert wird und belie­big inter­pre­tiert wer­den kann. So wie es gera­de zu mei­nem Den­ken, zu mei­nem Anspruch, mei­nen Bedürf­nis­sen und Gefüh­len passt ?

Zen­tra­le Fra­gen die ein mensch­li­ches Leben aus­ma­chen, wer bin ich, Mann, Frau, Fami­lie, wer­den an eige­ne Wahr­neh­mun­gen gekop­pelt. Wei­sen wir dadurch nicht den Anspruch von Wahr­heit zurück ? Ist es nicht so, dass ande­re Men­schen ande­re Völ­ker völ­lig anders den­ken ? Lehrt uns der All­tag und die Ver­gan­gen­heit nicht, dass allein auf mensch­li­ches Den­ken basier­tes Han­deln zum Cha­os füh­ren kann ?

Blei­ben wir dran stär­ken wir uns gegen­sei­tig dass wir uns, wie es im Psalm heißt, als sei­ne Her­de von sei­ner Hand füh­ren lassen. 

Zuge­ge­ben, das ist eine Lebens­auf­ga­be ! Wir erfah­ren im All­tag gera­de auch das wir beten und beten und Gott fra­gen und schein­bar hört er uns nicht. Er ant­wor­tet nicht, die Situa­tio­nen ändern sich nicht. Erlaubt eine völ­lig ver­rück­te Auf­for­de­rung die ich von einem Pries­ter gehört habe: wollt ihr Wun­der erle­ben ? Dann gebt Eue­re Sor­gen an Gott ab. Die gehen Euch nichts mehr an. Lebt aus sei­ner Kraft. Es kann sein, dass Euch die Sor­gen nicht in Ruhe las­sen, gebt sie ab.

Im Buch der Rich­ter läßt Gott Krie­ge zu, weil es Völ­ker gibt die so fer­tig und abge­fal­len sind. Das ist kein Auf­ruf zu Recht­fer­ti­gungs­krie­gen aber die Ver­su­chun­gen für uns Men­schen sind groß. Und wie­der ist es Gott Vater, der sagt, gib nicht auf, ​„Ver­trau mir“.

Dann kommt das Buch der Köni­ge: König Saul, König David, König Salo­mo um nur eini­ge zu nen­nen. Das Volk Isra­el fängt an auf der höchs­ten Stu­fe brü­chig zu wer­den. Das ist die Zeit der Pro­phe­ten Jes­ja, Eze­chi­el sie rufen und bit­ten das Volk, Gott die Treue zu hal­ten. ​„Die Treue zu Gott“ ist die Über­schrift von Psalm 95.

Im Gan­zen Strang der Erzäh­lun­gen des Alten Tes­ta­men­tes will Gott Vater uns sagen:
Ich will bei Euch sein
Ich will Begeg­nung mit Euch

Abra­ham gab Gott die­sen Ver­trau­ens­vor­schuss. Er lebt mit Gott er geht mit Gott. Trotz Rück­schlä­gen, bleibt er dran. Er hat die Gewiss­heit, es ist Gott der Him­mel und Erde erschaf­fen hat, der uns an sei­ner Hand hält, er geht mit sei­nem gan­zen Volk. 
Du kannst dir jetzt den­ken, also das Spiel im Gar­ten Eden, Gott spricht mit Abra­ham, usw. was hat das mit mir und unse­rer Zeit zu tun. Ein Gedan­ke dazu: Als Gott zu Mose sagt er möch­te mit dem Volk reden, ant­wor­tet das Volk Mose: Rede Du mit ihm, wir reden mit Dir aber mit Gott reden, dass ist uns ​„zuviel“. 

Hand aufs Herz: wie geht es mir, Dir damit ? Rede ich mit Gott, höre ich was er mir wirk­lich sagen will oder ist das für mich ​„zuviel“ oder ​„weil er mich ja eh nicht hört“?

König David besingt in den Psal­men die Bezie­hung zwi­schen Gott und Mensch. 

Gott sagt ich bin inter­es­siert an Dei­nem Her­zen, Lie­be will ich nicht Opfer. Gott sagt ich möch­te von Dir erkannt wer­den. Sind wir uns einig, dass wir hier von Gott Vater spre­chen ? Die Lie­be des Vaters zu uns geht soweit, dass er sei­nen Sohn in die Welt sen­det um uns zurück­zu­ho­len in die Ein­heit mit ihm. Er kennt uns wie wir fest hän­gen in unse­rer eige­nen Vor­stel­lung, wie wir stö­risch blei­ben wollen. 

Das Buch der Psal­men hat einen sehr hohen Stel­len­wert. Die Psal­men erzäh­len davon, Gott ist nicht nur der ​„Net­te“. Er ist auch im Feu­er des Gerichts. Gott ist ein Rich­ter für jene deren Rech­te mit Füßen getre­ten wer­den. Ein Rich­ter im Sin­ne von ​„ich will etwas rich­ten – in das rech­te Licht rücken, Befrei­ung schen­ken, wo Zwän­ge oder fal­sche Vor­stel­lun­gen uns fes­seln. Gott erbarmt sich unser er lei­det mit. 

Am Schluß von Psalm 95 ist vom ​„Zorn Got­tes“ die Rede: / ​„sie sol­len nicht kom­men in das Land mei­ner Ruhe“ ??
Wes­halb ? Einen Satz vor­her heißt es: ​„Sie sind ein Volk; des­sen Herz in die Irre geht;/ denn mei­ne Wege ken­nen sie nicht“

Die Psal­men geben Kun­de davon, dass die Offen­ba­rung Got­tes sich nicht nur als mon­to­nes Spre­chen und Han­deln Got­tes ereig­net son­dern als dass Gott sich im Men­schen einen Part­ner berei­tet hat der in den Heils­plan Got­tes ein­ge­bun­den ist. 

Es ist eine Freu­de mit Euch gemein­sam den Weg zu suchen den Gott für einen jeden von uns berei­tet hat um nicht auf einen Irr­weg zu gera­ten. Laßt uns mit offe­nem Her­zen sei­nen Weg erkunden. 

Die Psal­men sind das Gebets­buch des alten Bun­des­vol­kes auch für Chris­tus und die jun­ge Kir­che gewe­sen. Die Ver­wen­dung der Psal­men in den Syn­ago­gen­got­tes­diens­ten läßt dar­auf schlie­ßen dass Chris­tus und die Jün­ger die Psal­men aus­wen­dig konn­ten. Die Psal­men sind eine wun­der­ba­re Gebets­schu­le für uns.

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