Der göttliche Funke in uns verheißt leben in Fülle !
Laßt uns mit Lob seinem Angesicht nahen, / vor ihm jauchzen mit Liedern !
Kommt laßt uns niederfallen, uns vor ihm verneigen, / laßt uns niederknien vor dem Herrn, unserem Schöpfer.
Den er ist unser Gott,/wir sind das Volk seiner Weide, / die Herde von seiner Hand geführt.
Haben wir das nicht gerade mit Freude getan ! Ist das nicht unsere Passion ?
Psalm 95 beinhaltet meines Erachtens den Schöpfungsgedanken bis hin zur Berufung eines jeden Einzelnen von uns. König David dem eine Vielzahl der Psalmen zuzuschreiben sind hat, mit seine Offenheit für den Funken Gottes in ihm, so den Weg zu seiner persönlichen Berufung gefunden. Ein Blick im Schnelldruchgang durch das alte Testament hilft uns Psalm 95 so zu verstehen, dass jeder von uns aus dem göttlichen Funken seine Kraft und Freude schöpft.
Das Buch Genesis erzählt: Am Beginn sind Gott und Mensch, Himmel und Erde eine Einheit. Diese Einheit zerbricht durch den Unglauben, durch die Versuchung es selber machen zu können. Der Mensch fällt aus dieser Einheit heraus.
Gott gibt nicht auf. Der erst Mensch mit dem Gott spricht ist Abraham. Abgekürzt formuliert sagt Gott zu Abraham:
- Vertrau mir
- Glaube mir
Das Buch Exodus beschreibt wie Gott den Menschen herausführen möchte aus der Sklaverei. Er will einen Bund mit seinem Volk/heute mit uns schließen. Wir sollen auf seine Stimme hören. Der innerste Gedanke der Bibel ist, Gott hat Sehnsucht nach dem Menschen. Gott geht auf uns Menschen zu. Das Buch Levitikus beschreibt wie sein Heiligtum zu erschaffen ist, „nicht alles mitzumachen was die Welt bietet“. Er möchte uns befreien aus den inneren und äußeren Zwängen.
Das ernst zu nehmen und zu glauben könnte der Anfang einer persönlichen und weltanschaulichen Revolution sein.
Das Buch Numeri und Deuteronomium erzählt davon wie wir „festhängen in unseren Vorstellungen unserem eigenen Denken“.
Ist es in der Gegenwart, besonders in den neuen Medien nicht so, dass gerade argumentativ, Wissen sozial konstruiert wird und beliebig interpretiert werden kann. So wie es gerade zu meinem Denken, zu meinem Anspruch, meinen Bedürfnissen und Gefühlen passt ?
Zentrale Fragen die ein menschliches Leben ausmachen, wer bin ich, Mann, Frau, Familie, werden an eigene Wahrnehmungen gekoppelt. Weisen wir dadurch nicht den Anspruch von Wahrheit zurück ? Ist es nicht so, dass andere Menschen andere Völker völlig anders denken ? Lehrt uns der Alltag und die Vergangenheit nicht, dass allein auf menschliches Denken basiertes Handeln zum Chaos führen kann ?
Bleiben wir dran stärken wir uns gegenseitig dass wir uns, wie es im Psalm heißt, als seine Herde von seiner Hand führen lassen.
Zugegeben, das ist eine Lebensaufgabe ! Wir erfahren im Alltag gerade auch das wir beten und beten und Gott fragen und scheinbar hört er uns nicht. Er antwortet nicht, die Situationen ändern sich nicht. Erlaubt eine völlig verrückte Aufforderung die ich von einem Priester gehört habe: wollt ihr Wunder erleben ? Dann gebt Euere Sorgen an Gott ab. Die gehen Euch nichts mehr an. Lebt aus seiner Kraft. Es kann sein, dass Euch die Sorgen nicht in Ruhe lassen, gebt sie ab.
Im Buch der Richter läßt Gott Kriege zu, weil es Völker gibt die so fertig und abgefallen sind. Das ist kein Aufruf zu Rechtfertigungskriegen aber die Versuchungen für uns Menschen sind groß. Und wieder ist es Gott Vater, der sagt, gib nicht auf, „Vertrau mir“.
Dann kommt das Buch der Könige: König Saul, König David, König Salomo um nur einige zu nennen. Das Volk Israel fängt an auf der höchsten Stufe brüchig zu werden. Das ist die Zeit der Propheten Jesja, Ezechiel sie rufen und bitten das Volk, Gott die Treue zu halten. „Die Treue zu Gott“ ist die Überschrift von Psalm 95.
Im Ganzen Strang der Erzählungen des Alten Testamentes will Gott Vater uns sagen:
Ich will bei Euch sein
Ich will Begegnung mit Euch
Abraham gab Gott diesen Vertrauensvorschuss. Er lebt mit Gott er geht mit Gott. Trotz Rückschlägen, bleibt er dran. Er hat die Gewissheit, es ist Gott der Himmel und Erde erschaffen hat, der uns an seiner Hand hält, er geht mit seinem ganzen Volk.
Du kannst dir jetzt denken, also das Spiel im Garten Eden, Gott spricht mit Abraham, usw. was hat das mit mir und unserer Zeit zu tun. Ein Gedanke dazu: Als Gott zu Mose sagt er möchte mit dem Volk reden, antwortet das Volk Mose: Rede Du mit ihm, wir reden mit Dir aber mit Gott reden, dass ist uns „zuviel“.
Hand aufs Herz: wie geht es mir, Dir damit ? Rede ich mit Gott, höre ich was er mir wirklich sagen will oder ist das für mich „zuviel“ oder „weil er mich ja eh nicht hört“?
König David besingt in den Psalmen die Beziehung zwischen Gott und Mensch.
Gott sagt ich bin interessiert an Deinem Herzen, Liebe will ich nicht Opfer. Gott sagt ich möchte von Dir erkannt werden. Sind wir uns einig, dass wir hier von Gott Vater sprechen ? Die Liebe des Vaters zu uns geht soweit, dass er seinen Sohn in die Welt sendet um uns zurückzuholen in die Einheit mit ihm. Er kennt uns wie wir fest hängen in unserer eigenen Vorstellung, wie wir störisch bleiben wollen.
Das Buch der Psalmen hat einen sehr hohen Stellenwert. Die Psalmen erzählen davon, Gott ist nicht nur der „Nette“. Er ist auch im Feuer des Gerichts. Gott ist ein Richter für jene deren Rechte mit Füßen getreten werden. Ein Richter im Sinne von „ich will etwas richten – in das rechte Licht rücken, Befreiung schenken, wo Zwänge oder falsche Vorstellungen uns fesseln. Gott erbarmt sich unser er leidet mit.
Am Schluß von Psalm 95 ist vom „Zorn Gottes“ die Rede: / „sie sollen nicht kommen in das Land meiner Ruhe“ ??
Weshalb ? Einen Satz vorher heißt es: „Sie sind ein Volk; dessen Herz in die Irre geht;/ denn meine Wege kennen sie nicht“
Die Psalmen geben Kunde davon, dass die Offenbarung Gottes sich nicht nur als montones Sprechen und Handeln Gottes ereignet sondern als dass Gott sich im Menschen einen Partner bereitet hat der in den Heilsplan Gottes eingebunden ist.
Es ist eine Freude mit Euch gemeinsam den Weg zu suchen den Gott für einen jeden von uns bereitet hat um nicht auf einen Irrweg zu geraten. Laßt uns mit offenem Herzen seinen Weg erkunden.
Die Psalmen sind das Gebetsbuch des alten Bundesvolkes auch für Christus und die junge Kirche gewesen. Die Verwendung der Psalmen in den Synagogengottesdiensten läßt darauf schließen dass Christus und die Jünger die Psalmen auswendig konnten. Die Psalmen sind eine wunderbare Gebetsschule für uns.



